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    Energiewende

    © lassedesignen fotolia.de
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    Die Energiewende ist eine der großen Herausforderungen, denen sich die Große Koalition in Berlin stellen muss. Ein Aufgabe, die nicht einfach ist. Damit der Umstieg bezahlbar bleibt, muss er für die Bevölkerung so verträglich wie möglich sein, gleichzeitig muss die energieintensive Industrie wettbewerbsfähig bleiben. Im Moment scheint die Auseinandersetzung noch wie auf dem Fußballfeld ausgetragen zu werden: 22 Akteure kämpfen auf dem Rasen, und ein Unparteiischer sorgt für die Einhaltung der Regeln – aber er ist umgeben von 50.000 parteiischen Kollegen, die alles besser wissen. So sieht es auch durch die Brille eines SHK-Unternehmens aus. Wir sind der Meinung, dass die Energie, die nicht verbraucht wird, mindestens genau so wichtig ist wie der Umstieg auf andere Energieträger.

    Die 7 Irrtümer der Energiewende

    1. Energiewende heißt Optimierung der Stromversorgung.

    Falsch: Strom hat am Endenergieverbrauch einen Anteil von etwa 20 %. Der Wärmesektor deckt rund 50 % ab. Hier liegt das größere Einsparpotenzial.

     

    2. Der Fokus der Energieeinsparung liegt im Neubau.

    Falsch: Derzeit werden weniger als 200.000 Gebäude im Jahr neu errichtet. Dagegen stehen etwa 18 Mio. Bestandsgebäude. Veraltete Heizungsanlagen verbrauchen deutlich mehr Öl oder Gas bei höheren Emissionen als vergleichbare moderne Anlagen. Der Fokus sollte daher auf dem Gebäudebestand liegen.

     

    3. Fossile Energieträger sollen schnell durch erneuerbare Energien ersetzt werden.

    Falsch: Es ist ebenso wichtig, die Energieeffizienz zu verbessern. Die sauberste Energie ist die, die erst gar nicht verbraucht wird. Deutschland will den Anteil erneuerbarer Energien im Wärmesektor bis 2020 auf 14 % erhöhen. Der effiziente Einsatz fossiler Energie wird weiterhin eine maßgebliche Rolle spielen.

     

    4. Zuerst muss der Ausbau von Solar- und Windenergie vorangetrieben werden.

    Falsch: Den größten Anteil am Endenergieverbrauch der erneuerbaren Energien hat die Holzverbrennung in Haushalten mit rund 2,8 %.

     

    5. Die derzeitige Förderung der erneuerbaren Energien ist der Motor für die Energiewende.

    Falsch: Trotz Fördermöglichkeiten liegt die Sanierungsquote der 18 Mio. Bestandsgebäude bei unter 2 % pro Jahr. Rein rechnerisch betrachtet dauert es über 50 Jahre, bis alle Altanlagen erneuert sind. Für eine erfolgreiche Energiewende muss die Sanierungsquote vervielfacht werden.

     

    6. Eine solide Wärmedämmung der Gebäude hilft der Umwelt am meisten.

    Falsch: Die Wärmedämmung schließt die gesamte Gebäudehülle ein. Sie erfordert hohe Investitionen, die meist erst auf sehr lange Sicht wirtschaftlich sind. Eine Erneuerung der Heizungsanlage erzielt ebenfalls hohe Einsparpotenziale, hat aber eine deutlich geringere Amortisationszeit.

     

    7. Eine funktionierende Heizung sollte erst getauscht werden, wenn sie defekt ist.

    Falsch: Veraltete Heizungssysteme sind häufig überdimensioniert und ineffizient. Sie verursachen mehr Emissionen pro erzeugter kWh Wärme. Moderne Anlagen setzen auf Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit. Eine Energieeinsparung von 30 % durch Heizungssanierung ist nicht selten.

     

    Quelle: Zentralverband SHK

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    Kommentare: 1
    • #1

      Volker Gaiser ---vhgaiser@online.de (Samstag, 10 Februar 2018 12:35)

      Irrtümer der Energiewende gibt es immer. zu Punkt 7 wäre zu bemerken , dass die Einsparung bedeutend geringer ist. Etwa 20-25 % . Dazu kommt noch eine umweltverbessernde Maßnahme.
      Bei mir möchte ich nichts auf dem Dach haben und habe keinen direkten Gasanschluss. Was tun ?
      Gruß Volker Gaiser
      P.S. Am liebsten hätte ich ein Blockheizkraftwerk, aber da ist meine Doppelhaushälfte zu klein. Eine Luft-Wärmepumpe zu riskant . Nun ?

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